BEING A PEACEFUL WARRIOR. STARKE GEFÜHLE IM MUTTERSEIN

WARUM WUT UND ÄRGER DEIN MUTTERSEIN NACHHALTIG FRIEDVOLLER MACHEN.


Wenn etwas schmerzhaft ist, glauben wir oft, wir hätten etwas falsch gemacht. Denn schließlich sollte das Leben schön sein, sich gut anfühlen und uns glücklich machen. Wenn nicht, müssen wir daran irgendetwas ändern. Das ist wahrscheinlich einer der größten Mindf**ks, denen wir im Leben und in unserem MutterSein so auf den Leim gehen können. Natürlich wissen wir, dass das Leben kein Ponyhof ist und dass auch das Unangenehme ein Teil davon ist. Aber: fühlen wir es auch? Ich glaube nicht! Denn würden wir es fühlen, hätten insbesondere wir Mütter nicht so ein Riesenproblem mit unseren „starken“ Gefühlen - unserem Ärger, der Wut oder auch der Scham.



Triggerwarnung: Es könnte sein, dass du beim Lesen dieses Beitrags in den Widerstand gehst. Gegen meine Worte selbst, Formulierungen, die Inhalte… Wenn das so ist, möchte ich dich von ganzem Herzen ermutigen, da vielleicht einmal genauer hinzuspüren… und gerne mit mir in den Austausch zu gehen, wenn dir danach ist.



MutterSein ALS DIE PERFEKTE BÜHNE DER GEFÜHLE

Ja: MutterSein hat so seine großartigen Seiten! PIPIINDENAUGENMOMENTE. Wenn dein Kind dir schwört, du seist zweifelsfrei die tollste Mama der Welt. Wenn es nach einem aufregenden Tag in deinen Armen sanft einschläft oder wenn es zum ersten Mal mit dir über die Welt zu philosophieren beginnt. Ich liebe diese Momente! Aber…


Ist es dir in bestimmten Konfliktsituationen schonmal passiert, dass du dein Kind aus Wut am liebsten ungespitzt in den Boden stampfen wolltest und dir gleichzeitig – oder wenige Augenblicke später - die Schamesröte ins Gesicht gestiegen ist, weil dir dieses Gefühl an dieser Stelle deinem Kind gegenüber vollkommen unangemessen schien? NICHTNUREINMAL. Und hast du dich dann irgendwie falsch oder unzulänglich gefühlt? Wie „Nicht für die Mutterschaft gemacht“ – wie es eine meiner Klientinnen kürzlich formuliert hat?


MutterSein bedeutet Fülle. Dynamik. Tiefe. Es ist ist ein unaufhaltsamer Fluss sich ständig wandelnder Gefühle. Und das ist gut so - es ist das Leben! Das Herausfordernde an einem vermeintlich unangenehmen Gefühl – nehmen wir vielleicht beispielhaft mal die Wut – ist, dass es sich eben unangenehm anfühlt. Wut ist stark. Vielleicht sogar bedrohlich, weil sie uns Menschen häufig reaktiv werden lässt. Zu Kurzschlussreaktionen führt, die wir nachher zutiefst bedauern. Also möchten wir sie von Anfang an am liebsten gar nicht da haben. Keinen Ärger mehr über irgendwelche verschütteten Milchgläser, keine Wut mehr auf unser Kind oder andere Mitmenschen. Stattdessen nur noch #GOODVIBESONLY und vollkommene Glückseligkeit. Schön wär's, geht aber nicht!



Warum du Ärger und Wut nicht
einfach aUSschalten kannst

Gefühle sind evolutionsbedingt dafür gemacht, dass du als Individuum überlebst. Sie signalisieren dir, wenn etwas für dein Nervensystem nicht in Ordnung und damit potenziell auch bedrohlich für dein Überleben ist. Es weist dich auf deine menschlichen Bedürfnisse hin. Und das beginnt bei deinen absoluten Grundbedürfnissen wie Schlaf, Nahrung und körperliche Unversehrtheit und geht bis hin zu deinem Bedürfnis nach Selbstverwirklichung. Sind deine Bedürfnisse als Mensch für längere Zeit in Mangel, lädt dich dein Körper bzw. dein System sanft dazu ein, diesen Mangel zu beseitigen. Kommst du seiner Einladung nicht nach, wird daraus eine nachdrücklichere Bitte. Passiert noch immer nichts, entsteht eine Forderung. Je renitenter du bist, desto lauter werden deine unangenehmen Gefühle. Richtig interpretiert, geben dir deine Gefühle also eine Menge kostbarer Informationen darüber, wie es dir gerade geht und was du momentan am nötigsten brauchst. Und trotzdem: unangenehme Gefühle sind halt unangenehm! Und das menschliche System vermeidet Unangenehmes und strebt ebenfalls evolutionär bedingt nach dem Angenehmen.


Wenn wir jedoch aufhören, unangenehme Gefühle zu vermeiden und stattdessen lernen, sie als innere Landkarte unseres MutterSeins zu verstehen, dann haben wir ein sehr konkretes Tool, mit dem wir selbstbestimmt für die Erfüllung unserer Bedürfnisse sorgen und so eine authentische, liebevolle Beziehung zu unserem Kind führen können. Auch wenn manche dieser Bedürfnisse im chaotischen Familienalltag oft einen kleinen Aufschub benötigen…


Wie entstehen herausfordernde Gefühle überhaupt?

Es gibt ganz verschiedene Ursachen für starke oder herausfordernde Gefühle im MutterSein. Ich stelle in meiner Arbeit häufig zwei Hauptgründe fest:


1. Du hast eine ganz bestimmte Vorstellung von dir selbst als Mama, von deinem Kind oder seinem Entwicklungsstand oder darüber, wie euer Alltag (Essen, Anziehen, Zähneputzen…) so abzulaufen hat.

Stimmt deine Realität auf Dauer nicht mit deiner Vorstellung überein, entsteht meist eine gewisse Abneigung und dein Nervensystem meldet Alarm – erst ganz sanft und leise, dann immer nachdrücklicher. Dies führt irgendwann wahrscheinlich dazu, dass du im Alltag immer schneller getriggert bist. Und so vergrößert sich die Diskrepanz zwischen deiner Realität und deiner Idealvorstellung immer weiter. ABWÄRTSSPIRALE. Einen ausführlicheren Beitrag über ERWARTUNGEN IM MUTTERSEIN und ihre möglichen Auswirkungen auf unser System findest du hier.


2. Eine konkrete Situation oder das Verhalten deines Kindes löst eine Schutzreaktion in dir bzw. deinem System aus, die du (im Nachhinein) als nicht angemessen empfindest.

Das passiert meist, wenn ein alter, tiefer Schmerz berührt wird. Ein Schmerz deiner eigenen Geschichte. Vielleicht ein Schmerz der Machtlosigkeit, der Unzulänglichkeit, des Nicht-Gesehen-Werdens. Ein Schmerz, den du irgendwann schon einmal sehr intensiv gespürt hast – in einer Zeit, in der es dir nicht möglich war, ihm zu begegnen und Strategien zu entwickeln, mit denen du deine Bedürfnisse auf eine lebensdienliche Art erfüllen konntest. Der Punkt ist hier, dass du diesen alten Schmerz nicht als Schmerz spürst, weil die Wut diesen Schmerz überdeckt – eben weil er schmerzhaft ist und wir Menschen unangenehmes evolutionsbedingt vermeiden. So spürst du vermutlich eher Zorn, Ärger oder Ähnliches. Zu diesem Thema gibt es ganz bald eine Podcastfolge mit mir und der Traumatherapeutin Sasja Metz. Wenn du dich hier für den MINDFUL MAIL NEWSLETTER registrierst, bekommst du als Erste davon Bescheid.



Gefühle sind Informationen.
Du entscheidest, was du damit tun möchtest.

Ok. Kommen wir zum nächsten Punkt: der Frage, wie du konkret mit deinen herausfordernden Gefühlen im MutterSein umgehen kannst. Aus meiner Sicht hast du grob drei Möglichkeiten:


  1. Du handelst indem du deine Gefühle ausagierst. Du verwandelst also Emotionen in Aggression und bist die Energie erst einmal los. Aus meiner Sicht nicht sonderlich hilfreich: denn du schädigst damit nicht nur deinem Kind, sondern auch dir selbst.

  2. Du drückst deine Gefühle weg, schluckst sie runter. Vielleicht, weil du sie gerade nicht fühlen möchtest – was vollkommen ok ist. Oder weil du sie als nicht angemessen empfindest, weil du dein Kind doch so gerne empathisch, geduldig und bedürfnisorientiert begleiten möchtest (böse Falle, in die ich selbst getappt bin 😱). Problem an der Sache: Die unangenehmen Gefühle sind nicht weg! Denn sie möchten dich ja auf ein Bedürfnis aufmerksam machen, das gerade irgendwie in Mangel geraten ist. Also werden sie wiederkommen und du verwendest deine Energie zukünftig darauf, sie kleinzuhalten. Das klappt dann so lange, bis deine Zündschnur so kurz ist, dass du bei jeder Kleinigkeit explodierst. Klingt für mich auch nicht lebensdienlich.

  3. Du lässt da sein, was da ist. Akzeptierst die Wut als eine Facette deines MutterSeins. Schaust unvoreingenommen, was dahinter steckt. Gehst in eine sanfte Begegnung mit dem Schmerz, der dahinter wartet und vielleicht seit Jahrzehnten gefühlt werden möchte. Ja, das ist nicht immer einfach. Es kann wehtun. Aber schau: wenn du diesen Schmerz in dir trägst, wird er immer Teil deines Lebens sein. Und wenn er allein durch sein Dasein dein MutterSein prägt, dann beeinflusst er automatisch auch das Leben und die Zukunft deines Kindes. Wenn du deinen herausfordernden Gefühlen jedoch ein wenig Zeit einräumst, um zum Ausdruck zu bringen, was sie dir sagen möchten, kannst du so selbstbestimmt für dein Wohlergehen sorgen - und für das deines Kindes. Und weißt du, was das Grandiose dabei ist? Dadurch heilst du mit der Zeit nicht nur deinen eigenen Schmerz und sorgst dafür, dass Konfliktmomente mit deinem Kind wahrscheinlich sehr viel friedvoller und gelassener ablaufen. Du lebst damit deinem Kind gleichzeitig auch einen lebensdienlichen Umgang mit starken Gefühlen vor. Es wird lernen, dass es nicht nur wütend sein DARF, sondern dass seine Wut ganz, ganz wertvoll und kostbar ist, um im Leben auf eine gesunde und heilsame Art und Weise für die eigenen Bedürfnisse einzustehen und die eigene Integrität zu wahren. Und das bringt keine Egomanen hervor, sondern ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Kooperation und Autonomie. Zwischen Ich und Du, zwischen der inneren und der äußeren Welt.


 

Fazit: Wie WUT UND ÄRGER DEIN
MUTTERSEIN NACHHALTIG FRIEDVOLLER MACHEN.



1.) UNTERBRICH DEIN REIZ-REAKTIONSMUSTER.

Drei konkrete Strategien für mehr Raum zwischen Reiz & Reaktion im Mamaalltag findest du im FIRST AID KIT.



2.) BEGEGNE DEINEN GEFÜHLEN.

Nimm deine Gefühle bewusst wahr, lasse sie zu und begegne ihnen möglichst unvoreingenommen. Hierfür empfehle ich dir die Meditation zum liebevollen Umgang mit unangenehmen Gefühlen im MutterSein, die du hier kostenfrei downloaden kannst.



3.) SCHAU DIR AN, WAS DAHINTER STECKT.

Möglicherweise verstecken sich hinter deinen wiederkehrenden emotionalen Mustern alte Wunden, die sich danach sehnen, gesehen und gefühlt zu werden. Schau, ob du dazu bereit bist und was du benötigst, um in einen Prozess der Heilung gehen zu können.



4.) ERLAUBE DIR RADIKALE SELBSTFÜRSORGE.

Mit Beginn deines Heilungsprozesses eröffnet sich für dich die Möglichkeit, deiner Selbstfürsorge eine höhere Priorität einzugestehen. Nutze diese Möglichkeit. Erlaube dir liebevoll für dich selbst zu sorgen. Denn nur so kannst du dauerhaft und authentisch dein Kind auf die gleiche Art und Weise begleiten, ohne dabei auszubrennen oder dich permanent mit herausfordernden Gefühlsmustern herumzuschlagen.



 


PodcastFOLGE FÜR EINEN achtsamen Umgang
mit STARKEN GEFÜHLEN im MutterSein

Wenn du mehr über den Ursprung und die Auswirkungen starker Gefühle in deiner Mutterschaft wissen möchtest, gibt es für dich hier die passende Podcastfolge BEING A PEACEFUL WARRIOR.



WORKBOOK FÜR EINEN achtsamen Umgang
mit STARKEN GEFÜHLEN im MutterSein


Außerdem habe ich ein Workbook erstellt, mit dem du dich deinen ungeliebten Gefühlen wie Wut, Ärger, Scham oder Schuld vorsichtig öffnen und sanft erforschen kannst, was sich dahinter verbirgt. Du damit schaffst einen liebevollen Raum, in dem deine Bedürfnisse gesehen und befriedigt werden können und alte Wunden nach und nach heilen dürfen.

Dadurch begegnest du deinen Herausforderungen im MutterSein gelassener, friedvoller und freier und kannst mit der Zeit so viel mehr die Mutter sein, die du vielleicht gerne sein möchtest - trotz oder gerade wegen deiner starken Gefühle.



Hier findest du alle Details zum Workbook BEING A PEACEFUL WARRIOR.



 

WRAP-UP

Wenn du beginnst, dich deinen ungeliebten Gefühlen wie Wut, Ärger, Scham oder Schuld sanft zu öffnen, schaffst du eine kostbare Möglichkeit deinen alten Schmerz zu heilen. Du beginnst dadurch, deine vielleicht für lange Zeit unbefriedigten Bedürfnisse anzuerkennen und so einen Raum zu schaffen, in dem diese gesehen und befriedigt werden können. Und dadurch bringst du auf eine ganz natürliche Weise mehr Raum zwischen Reiz & Reaktion in deinen Familienalltag und mehr Gelassenheit, Leichtigkeit und Fülle in dein MutterSein. 🌻🧘🏻‍♀️


 

Hey. Schön, dass du hier bist! Ich bin Constance: ursprünglich Kultur- und Sprachwissenschaftlerin, inzwischen Achtsamkeits- und Meditationslehrerin, Trainerin für achtsame Kommunikation und seit 2015 Zwillingsmama. Mein MutterSein war und ist für mich die bisher grösste Herausforderung meines Lebens. Ich wachse. Ich scheitere. Und ich stehe wieder auf. Immer und immer wieder. Mit meiner Arbeit möchte ich unsere Herausforderungen als Mütter neu denken. Ideen und Konzepte über das MutterSein hinterfragen. Wachrütteln. Ermächtigen. Ich wünsche mir aus tiefstem Herzen, dass wir unseren Alltag wirklich so gestalten können, dass er unserem Naturell und unseren inneren Werten wirklich entspricht. Dafür tue ich diesen Job. Für ein bewusstes, authentisches und selbstbestimmtes MutterSein. 🌻🌈 Wenn du mehr über mich und meiner Arbeit erfahren möchtest, abonniere gerne den MINDFUL MAIL Newsletter.