MEDITATION. WIE VIEL BRAUCHT ES FÜR EINE BEWUSSTE, AUTHENTISCHE ELTERNSCHAFT?

Wenn du das hier liest, dann gehe ich einfach mal davon aus, dass du dich für eine bewusste (oder achtsame) Elternschaft interessierst? Ich nehme auch an, dass es dir vielleicht nicht immer ganz gelingt, liebevoll und achtsam mit deinem Kind oder mit dir selbst umzugehen und dass es immer wieder Situationen gibt, in denen du es nicht ganz schaffst, deinen persönlichen Werten entsprechend zu handeln?Höchstwahrscheinlich gibt es auch Tage, an denen dir alles über den Kopf wächst, du dich als die schlechteste Mama aller Zeiten fühlst und vielleicht noch nicht mal Zeit findest um ganz in Ruhe aufs Klo zu gehen? Und jetzt komm‘ ich mit meiner zusätzlichen Meditationspraxis!


Immer wieder erfährt das Thema Meditation in meinen Workshops und Mentoring-Programmen vor allem bei Einsteiger-Eltern ziemlichen Widerstand. Keine Zeit! Keine Energie! Was soll das bringen?! Daher möchte ich in diesem Beitrag noch einmal etwas hinein zoomen in das unerschöpfliche Thema MEDITATION und vor allem die Frage beantworten, ob und wie viel es für eine bewusste, authentische Elternschaft an Meditation überhaupt braucht.





Was bedeutet Meditation im Zusammenhang

mit Mindful Authentic Parenting?


Meditation ist eine ziemlich komplexe Angelegenheit für sich und ich würde nicht ansatzweise behaupten, alle Spielarten der Mediation integriert zu haben. Wenn es also hier um Meditation geht, dann spreche ich lediglich von einem klitzekleinen Ausschnitt dessen, was das große Meditations-Universum uns zu bieten hat. Ich beziehe mich hier auf die ACHTSAMKEITSMEDITATION und zwar ganz konkret im Kontext einer bewussten, authentischen Elternschaft.


Achtsamkeitsmeditation ist eine Meditationstechnik, die im Buddhismus auch als Vipassana – oder Einsichtsmeditation - bekannt ist und deren Inhalt und Ziel darin besteht eine möglichst unvoreingenommene Wahrnehmung des inneren und äußeren IST-Zustandes zu erlangen um so die eigene Reaktivität im ElternSein zu reduzieren.

Praktisch sieht das im Elternalltag dann so aus, dass wir uns in regelmäßigen Abständen für eine gewisse Zeit ganz bewusst darauf konzentrieren, was zu diesem Zeitpunkt gerade in uns los ist. Dabei geht der Fokus unserer Aufmerksamkeit von unseren Körperempfindungen über unsere Gedanken und Gefühle bis hin zu unseren Handlungsimpulsen. Wir werden praktisch zum neutralen Beobachter unserer selbst. Wir analysieren nicht. Wir bewerten nicht. Wir nehmen einfach nur wahr, was in unserem Körper, unserem Geist und unserem Herzen gerade lebendig ist. Nicht mehr und nicht weniger!


Das ist Achtsamkeitsmeditation. Wie und wo diese genau stattfindet, spielt erst einmal keine große Rolle. Sofern die Umgebung einigermaßen störungsarm ist, kann das morgens auf einem Meditationskissen, im Kinderzimmer neben dem Kinderbett, auf dem Stuhl am Frühstückstisch oder sogar im Liegen vor dem Zubettgehen sein. Up to you!


Das Ziel dieser Praxis ist es jedenfalls nicht nur, die eigenen Geisteszustände - die Empfindungen, Gefühle, Gedanken und Impulse klarer und wertfreier wahrnehmen zu können. Es geht in einem erweiterten Sinne auch darum, die unendlich vielen Herausforderungen, die wir in unserem ElternSein machen, mit ein wenig mehr Abstand, mehr Besonnenheit zu erfahren, dadurch in unseren alltäglichen Krisenmomenten ein Stück weit unvoreingenommener und präsenter zu sein und somit gelassener und liebevoller auf die Situation reagieren zu können.






Welchen Nutzen hat Achtsamkeitsmeditation

für mich als Mama oder Papa?


Ich gebe zu: regelmäßig zu meditieren braucht Zeit. Sagen wir mal 5 Minuten täglich um zu starten. Hast du die? Vielleicht sogar locker, wenn du es als eine Art Training betrachtest? Als ein Training für einen gelasseneren, liebevolleren und authentischeren Umgang mit dir und deinem Kind. Auch und vor allem für die herausfordernden Situationen deines Familienalltags.


Du kannst die Wellen nicht anhalten, aber Du kannst lernen auf Ihnen zu reiten.“ (Jon Kabat-Zinn).

Stell dir mal vor, du möchtest Surfen. Weil es sich so toll anfühlt beinah schwerelos auf den ganz großen Wellen zu reiten. Den Wind im Gesicht zu spüren. Das Salzwasser im Haar zu haben während die tropische Sonne dir die Haut wärmt. Eine wundervolle Vorstellung, oder? Tja. Und wenn du das erste Mal auf’s Brett kletterst wirst du erstmal am Strand stehen um dein Gleichgewicht zu finden. Du wirst die Technik lernen um dich dann ganz vorsichtig im Weißwasser an den ersten echten Kontakt mit der Welle zu wagen. Nicht wissend, ob du auf dem Board bleibst oder du dich gnadenlos in der Babywelle zerbröselst. Aber du übst. Und je öfter du trainierst, desto mehr Sicherheit gewinnst du und irgendwann stehst du da oben auf dieser enormen Welle. Spürst die Sonne auf der Haut, den Wind im Gesicht und das Salzwasser im Haar. Und du fühlst diese Freiheit. Das Ziel deines Trainings.


Und jetzt stell dir mal vor, du möchtest einen gelasseneren, liebevolleren und authentischeren Familienalltag erleben. Dann ist die Meditation das Brett, auf das du steigst, um am Strand deine Trockenübungen zu machen. Sie bringt dir bei, dich zu spüren. Deinen Körper wahrzunehmen, deine Gefühle zu erkennen und deine Gedanken zu beobachten. In vollkommen sicherer Umgebung! Und während du meditieren auf deinem Kissen, an der Bushaltestelle oder am Kinderbett sitzt, übst du dich eben auch immer wieder darin ganz bewusst wahr- und anzunehmen, was ist, ohne es zu analysieren oder zu bewerten. Du studierst sozusagen einen möglichen Umgang mit den den ganz großen Wellen deines ElternSeins. Und nach und nach spürst du, wie du auch schwierigen Situationen in deinem Alltag nach und nach immer bewusster, liebevoller und authentischer bleiben kannst.


Und genau dort beginnst du dann irgendwann diese unglaubliche Freiheit zu spüren. Die Welle zu reiten, wie sie ist. Ohne dich von ihr mitreißen zu lassen. Verbunden zu bleiben. Absichtsvoll handeln zu können. Auch im Konflikt. Das ist das Ziel einer regelmäßigen Meditation!

· DU SPÜRST DEINEN KÖRPER DIREKTER – AUCH IN STRESSSITUATIONEN.

· DU NIMMST DEINE GRENZEN BESSER WAHR UND SORGST GUT FÜR DICH.

· DU BIST IN DER LAGE DEIN STRESSLEVEL ZU ERKENNEN UND ZU REGULIEREN.

· DU WEISST UM DEINE (UNBEWUSSTEN) GEDANKENMUSTER UND ANTREIBER.

· DU KANNST IN KONFLIKTEN LIEBEVOLL MIT DIR SELBST UND ANDEREN BLEIBEN.

· DU GEHST WERTSCHÄTZEND MIT DEINEM GESAMTEN GEFÜHLSSPEKTRUM UM.

· DU SCHAFFST ES, POSITIVE MOMENTE IM ALLTAG BEWUSST ZU KULTIVIEREN.


Achtsam duschen. Achtsam kochen.

Achtsam putzen. Achtsam streiten.


Die Meditation als formelle Praxis der Achtsamkeit ist ein unverzichtbarer Teil des Fundamentes, auf dem eine bewusste, authentische Elternschaft gebaut werden kann. Eine zweite relevante Komponente ist die informelle Praxis, die sich unter der passenden Anleitung ausgesprochen ressourcenschonend in den Familienalltag integrieren lässt. Denn aus Sicht der Achtsamkeitslehre eignet sich praktisch jede unserer Alltagstätigkeiten großartig um unsere Achtsamkeit zu trainieren. Egal, ob wir gerade unsere Zähne putzen, unser Kind wickeln, das Essen zubereiten oder das Fahrrad reparieren: es geht einzig und allein darum, dieser einen Tätigkeit, die wir gerade tun, unsere komplette Aufmerksamkeit zu schenken. That’s it!



Fazit: wie viel Meditation braucht

dein bewusstes, authentisches ElternSein?



Was es aus meiner Sicht vor allem braucht, ist ein Commitment. Es braucht Mut sich die Dinge anzuschauen, wie sie sind. Es braucht Geduld um am Ball zu bleiben, auch wenn wir zweifeln. Und es braucht die Überzeugung, dass wir mit diesem Commitment etwas verändern können. Für uns. Für unser Kind. Für unsere Welt.


Dann erübrigt sich meistens die Frage nach der Relevanz und dem Umfang des Meditierens. Denn dann können wir stattdessen den außergewöhnlichen Wert sehen, den eine regelmäßige Meditationspraxis für unser Leben schafft. Sie bringt uns als Mensch immer wieder zu uns selbst zurück, so dass wir dann als Eltern aus unserer inneren Wahrheit heraus mit unserem Kind in Kontakt gehen können, statt reaktiv aus irgendwelchen Rollenbildern oder veralteten Mustern heraus zu handeln.


Und wie viel Zeit du in diese innere und äußere Reise investieren möchtest, entscheidest letztendlich du allein! Ich begleite dich dabei ein Stück, wenn du magst!


Hey. Ich bin Constance, Achtsamkeits- und Meditationslehrerin für Eltern, Kommunikationstrainerin, Yogini und seit 2015 Zwillingsmama. Und immer wieder neu auf der Suche nach meiner inneren Wahrheit. Um mir und meiner Familie ein Leben in Bewusstheit und Authentizität zu ermöglichen.


Mindful. Authentic. Mostly.

Constance

Ich betreibe neben diesem Blog auch den dazugehörigen Instagram-Account, auf dem ich in familienkompatiblen Abständen über meine Reise in und durch ein bewusstes, authentisches ElternSein berichte. Wenn dir der Beitrag gefallen hat und du mehr über evidenzbasierte Achtsamkeit für Eltern erfahren möchtest, folge mir gerne unter @mindful.authentic.parenting. Dort gibt es jede Woche neue Impulse, praktische Übungen und Meditationen und du erhältst alle aktuellen News immer taufrisch auf deinem Handy. Ich freu mich auf dich!


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